
33 angehende Bäuerinnen und Bauern nahmen im Mai am freiwilligen Praxistag der Kreisbauernverbände Börde, Nordharz und Salzland teil, der vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) unterstützt wurde. Die Agrargenossenschaft Baalberge eG hat für diesen Tag Teile des Betriebsgeländes und Maschinen zur Verfügung gestellt. Insgesamt werden im Unternehmensverbund 2200 Hektar bewirtschaftet, 370 davon ökologisch. 400 Milchkühe stehen im konventionell bewirtschafteten Stall. Auf dem Gelände der Agrargenossenschaft und in der Milchviehanlage des Tochterbetriebes „Agrar Poley GmbH“ bekamen die jungen Auszubildenden den letzten Schliff vor den Abschlussprüfungen.
In Gruppen aufgeteilt ging es durch die Stationen: Uwe Burkhardt von der Rinderallianz arbeitete sich im Stall der Agrar Poley GmbH an zwei Holsteiner Milchkühen mit den Azubis durch den Tierbeurteilungsbogen. Bei der Beurteilung von „Eutertextur“, „Beckenbreite“, „Exterieur“ usw. wiesen die angehenden Tierwirte gute Kenntnisse auf.
Maurice Hellwig, Produktionsleiter in der Agrargenossenschaft Bördeland in Biere, und Oliver Sommerfeld, Ackerbaureferent beim Bauernverband, hatten ihren Stand zum Thema Pflanzenbau wegen des Regens vom Feld in eine Halle verlegt und gingen hier unter anderem Bodenarten, Getreidearten und Wildkräuter mit den Azubis durch. Ertragsschätzung, Düngebilanz, Ackerschlagkartei waren einige der zu definierenden Fachbegriffe. In der Pause nutzen einige Azubis zudem die Gelegenheit mit den Spezialisten anhand der Pflanzen noch einmal ein paar der 99 Getreide-Entwicklungsstadien von der Keimung bis zur Ernte durchzugehen. Sommerfeld erinnerte die Azubis daran, bei der Prüfung nicht nur Fachwörter herauszuhauen, sondern eigenständig zu erklären, Begriffe herzuleiten und sich nötigenfalls Eselsbrücken zu bauen.
Anschließend ging es für die Gruppe zu zwei Technikstationen. Am Mähdrescher versuchte Ausbilder Sandro Richter die Azubis dazu zu bewegen, komplexe Fragen wie nach dem „Gutfluss“ im Drescher ausführlich zu beantworten. Auch Wetter, Reife, Temperaturen könne man dabei einfließen lassen. Die Feuchtemessung wurde durchgenommen, genauso wie der Schneidwerkanbau. Richter erinnerte: „Bei den Verlustquellen bei der Getreiderente dürft ihr zu den Vorernteverlusten nicht die Maschinen-, Überlade-, Transport- und Lagerverluste vergessen.“
Ausbilder Steffen Schmidt übernahm dann die Erklärungen zur Feldspritze. Nachdem die Bauteile des Gerätes, der „Weg der Brühe durch das Gerät“, die Tabellen zur Berechnung, Düsenwinkel, Schutzmaßnahmen und vieles andere durchgenommen waren, fasste Schmidt die Mitarbeit und das Wissen der Gruppe mit den Worten zusammen: „Das ist ein schönes Arbeiten mit Euch. Viel Glück bei den Prüfungen!“
Das wünschten allen Junglandwirte zum Abschluss der Veranstaltung auch die drei Geschäftsführer der Bauernverbände, Diana Borchert (Nordharz), Katharina Elwert (Salzland) und Marius Thordsen Denecke (Börde), die jedem der Jugendlichen noch ein kleines Präsent mitgaben. Tim Wahlers, Ausbildungsberater beim ALFF, schloss sich den Glückwünschen an.
Die beteiligten Kreisverbände bedanken sich herzlich bei dem ausrichtenden Ausbildungsbetrieb, der Fachleute, Technik und sein Gelände für den Praxistag zur Verfügung stellte. Solche Praxistage zur Prüfungsvorbereitung sind wichtig, denn sie führen erfahrungsgemäß dazu, dass kaum ein Azubi einen zweiten Anlauf benötigt.
Text: BV Nordharz e.V.